Baron le Fefreville

Gelangweilt betrachtete Baron le Fefreville durch die Fenster seiner zweispännigen Kutsche seine vorbeiziehenden Ländereien.
Mägde und Bauern versahen ihre Frondienste auf den Feldern in der Hitze des Spätsommers unter einem stahlblauen Himmel im Westen, im Osten mahlten ohne Unterlaß seine zwei Dutzend Mühlen. Fern an der Biegung des Flußes entschwanden Lastkähne beladen mit Stoffen und Häuten aus seinen Weberstuben und Gerbereien dem Blick.

Sein Interesse verstärkte sich hingegen etwas als er seiner Weinberge im Norden gewahr wurde. Jene grenzten an die Latifundien des Marquis de Correus, dem eigentlichen Ziel seiner Ausfahrt und seines Dutzend Landreiter.

Angelegentlich strich er seinen Bart in Form und über seinen energisch wirkenden Mund. Anläßlich einer Jagd, vom Bischof jener Gegend in der Provence kürzlich veranstaltet, waren sie sich erstmalig begegnet und kamen ins Gespräch. Gleichwohl sich der Marquis für seinen Geschmack etwas zu hüfisch gab und jener gewiß Dünkel ob des lediglich verliehenen Adelstitels hegte ergab sich beim Gelage nach der Jagd ein Tischgespräch.

Als der Baron im Marquis eine artverwandte und geschäftstüchtige Seele erkannte war´s ihm gleich dass jener durch seine pfauengleichen Gewänder während der Jagd die Meute verwirrte.

Jener behielt seine Vorbehalte einem vormals fanatischen Duellanten gegenüber für sich, schließlich hatten die Dienste des Barons für den Vater des herrschenden Künigs ja auch ihr Gutes für dessen Erbe.
Ob der guten Stellung des Marquis am fernen Hofe letztlich auch gut für ihn selbst, warum sich also nicht mit einem Emporkömmling gemein tun wenn es den eigenen Zielen diente ?

Der Baron hingegen wurde durch ein energisches Brrr ! des Kutschers aus seinen Vorüberlegungen zu möglichen gemeinsamen Unternehmungen jäh heraus gerissen.
In der Tat- ich hatte schließlich Anweisung gegeben auf dem Weg in einem Weiler halt zu machen, erinnerte sich der Baron.

Es galt jenen Bauern seinen neuesten Erlaß kund zu tun und so vernahm er wie der Rottenführer seiner Reiterei anhub: Sü hürt Fronleistende Eures hochwürdigen Barons le Fefreville welch neuesten Gesetzte seiner Gnaden
Euch zu verkünden mir die Ehre zuteil ist ! Hiermit seid Ihr gehalten Eure Abgaben der Ernte dieses Sommers um die Hälfte der vorigen Menge zu erhöhen ! Desgleichen wird Euch kundgetan dass auch für Jungvermählte im Herrschaftsgebiet seiner Durchlaucht das Recht der ersten Nacht fürderhin zur Anwendung gelangt.

So ist es zukünftig keiner Braut mehr gestattet geschlechtlich zu verkehren sofern dies nicht erstmalig durch den Baron erfolgt ist.
Außer den Ausführungen seines treuen Jaques´ vernahm der Baron doch tatsächlich  ein leises Murren.

 Galt es der Tatsache dass Jaques zwar ein wackerer Mitstreiter seit alten Tagen aber von gedrungener Gestalt war?
Unbeirrt führte dieser aber weiter aus: Verstöße gegen diese Gesetzte werden je nach Ermessen durch Peitschenhiebe, Kerker, Abbrennen der Häuser Widerspenstiger oder Flechten auf das Rad geahndet. So verneigt Euch in Ehrfurcht vor Eurem Landherren, gelobt Fleiß und Folgsamkeit und laßt kein Murren hören !

Dies indes war ein frommer Wunsch, so klang´s hier aus der Menge verzagt Wie kann dies angehen bei dieser Dürre ?, dort Jetzt reichen die erbärmlichen Reste ja schon kaum um dem Hungertode zu entgehen !

Allenthalben Jammern, Murren und Wehklagen, so blickte der Baron hinter einem Spalt hindurch auf die Menge, sah ihre verbitterten Gesichter während es seiner Reiterei schwer fiel ihre Pferde ob der Unruhe im Zaum zu halten; dräute hier gar Aufruhr ?

Schließlich erhob gar ein junger Heißsporn seine Stimme: Dies ist fürwahr zu tolldreist !- nicht wissend wie sehr er damit im Kern damit auch dem Baron aus der Seele sprach.
Er war es mittlerweile überdrüssig hier noch länger bei diesem aufmüpfigen Pöbel zu verweilen der ihn von wichtigeren Vorhaben abhielt !

So stieg er grimmig aus der Kutsche, ein denkbar schlechter Zeitpunkt für den furchtlosen und unbedachten Jüngling fortzufahren: Niemals werden unter dieses Joch zwingen lassen und€¦.

Der Rest ging entweder in Überraschung und Schmerz unter, dem lauten Krachen der Muskete des Barons oder beidem, Fefreville war´s gleich.
Er war´s zufrieden dass diese unverschämten Tiraden endeten während der Heißsporn mit schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden sank, gefroffen in das linke Schulterblatt.
Eilends stürzten andere zu ihm um ihn notdürftig zu versorgen, der Baron fixierte alle im Rund mit seinen eisgrauen Augen und erhob nun seinerseits  die schneidende Stimme: Mir soll´s recht sein Gesindel- ich zwinge auch jeden anderen von Euch mit Blei im Wanst in den Staub wenn´s Euch so besser befindet ! Verspürt noch jemand Appetit auf gegossenes Metall oder geschmiedeten Degenstahl in seinem Körper ?
Hierauf fuhren alle Blicke zu Boden, lediglich die tränenerfüllten Augen einer jungen und zarten Magd blieben auf den blutenden Jüngling in ihren Armen gerichtet den sie umsorgte.
Da dem nicht so scheint entfernt Euch nun zu Eurer Fron ! gehieß der Baron, was auch unverzüglich geschah. Weiter Kutscher ! war sein nächster Geheiß.

Dann klopfte er den Straßenstaub von seiner Samthose und der Weste, setzte den Hut wider auf seine kurzen und leicht gewellten dunkelblonden Haare und brachte seine fast sechs Fuß große Gestalt ausser Sicht in´s Innere der Kutsche.

Noch also blieb ihm etwas Zeit über Bewässerungssysteme und Straßenbau bis zu seinem Treffen mit dem Marquis zu sinnieren- 
Dies wollte genutzt Sein, diese Bauerntölpel waren ja nun wohl handzahm ! 

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